Rasterfahndung

Die Rasterfahndung ist letztlich ein vereinfachtes Data Mining (ohne Mathematik) -- man lässt Rechner in möglichst umfangreichen Datenmengen nach kriminologisch vordefinierten Mustern suchen. Beim Data Mining wird dagegen versucht aus den vorhandenen Datensätzen unbekannte Muster zu Finden um nach diesen dann in den neuen Datensätze zu suchen.

Historisch war eigentlich nur die erste Rasterfahndung (gegen die RAF) ein wirklicher Erfolg. Ein herausragender Fehlschlag des Rasterfahndens waren die Rasterfahndungen nach Nineeleven, die zwar großen Aufwand machten und speziell an den Hochschulen viele Nichtdeutsche massiv beunruhigten, aber kein Ergebnis lieferten.

Bundestags-Drucksache 17/11130 erwähnt, im Zeitraum zwischen 2007 und 2012 hätten die Bundesbehörden lediglich eine einzige Rasterfahndung durchgeführt. Dabei war BKA vor dem Hintergrund einer Vergewaltigung eines Kindes aktiv geworden.

Im Zuge des von den Behörden als "Dönermorde" bezeichneten Terrors des Nationalsozialistischen Untergrunds haben Landesbehörden des öfteren unter Rückgriff auf die Rasterfahndungsparagraphen §§98ab Daten abgeglichen. Eine <<Doclink: execution failed [Filename 2012-breg-bosporus-raster.pdf|schriftliche Antwort der Bundesregierung does not match allowed pattern.] (see also the log)>> nennt 80 Anordnungen, bei denen stolze 13 Millionen Bezahltransaktionen (d.h. Kredit- und EC-Karten), 300000 Hotelmeldungen und 1000000 Datensätze von Autovermietungen ausgewertet wurden. Wie bekannt, hatte dieser Eingriff in die Privatsphärer hunderttausender Menschen absolut keinen Nutzen.

Weitere Infos

  • Telepolis-Artikel -- Christiane Schulzki-Haddouti über die Post-9/11 Rasterfahndung, d.h. die Suche nach vermeintlichen Schläfern

  • Telepolis-Artikel -- Ralf Grötker über Rasterfahndung und Data-Mining

Skandale

Falsche Verdächtigung bei der RAF-Rasterfahndung

Nachdem die Polizei im Rahmen der Rasterfahndung gegen RAF-Mitglieder nach Personen suchte, die in Wohnsilos wohnen, keine Familie sind, ihre Miete bar zahlen und ihr Telefon nicht selbst angemeldet haben, stürmte die GSG 9 die Wohnung eines Rentners, dem seine Tochter ein Telefon geschenkt hatte (siehe www.achelpoehler.de)